Web Vitals – Google präsentiert neue UX KPIs

Mit dem Core Update im Mai führte Google drei neue Kennzahlen ein, um die User Experience noch messbarer zu machen. Anhand des Web Vitals-Berichts in der Google Search Console können nun drei verschiedene KPIs untersucht werden:

  • Largest Contentful Paint (LCP)
  • First Input Delay (FID)
  • Cumulative Layout Shift (CLS)

Die neuen Metriken sollen die Bewertbarkeit der Performance einer Website verbessern. Außerdem heißt es, dass die Web Vitals voraussichtlich als neuer Rankingfaktor hinzugezogen werden. Doch was genau sind die Web Vitals Kennzahlen? Und welche Veränderung gehen mit ihrer Einführung für SEOs und Webmaster einher?

Zunächst lohnt sich ein Blick auf die Metriken im Einzelnen.

Largest Contentful Paint (LCP)

Der Largest Contenful Paint (LCP) zeigt auf, wann das größte Element auf einer Seite geladen wurde. Dabei wird der Bereich „above the fold“ berücksichtigt.

Die Kennzahl ist wichtig, da Webmaster so ein Bild davon bekommen, zu welchem Zeitpunkt für den User der erste Bereich der Seite sichtbar ist.

First Input Delay (FID)

Der First Input Delay wird durch die Zeit bestimmt, die zwischen der ersten Aktion eines Nutzers und der entsprechenden Reaktion des Browsers vergeht. Als optimal sieht Google hier eine Zeit unter 100 Millisekunden. Jede weitere Wartezeit übt sich negativ auf die User Experience aus.

Cumulative Layout Shift (CLS)

Durch den Cumulative Layout Shift lässt sich feststellen, wie sehr sich Inhalte beim Laden einer Seite nachträglich verschieben. Jeder Nutzer kennt es wohl: Beim Klick auf den Button, schiebt sich ein Banner über das zuvor ausgewählte Element. Ärgerlich für den User, aber auch suboptimal für den Seitenbetreiber. Lädt die Website generell langsam ist die Absprungrate höher, da der Nutzer erneut darauf warten muss, bis sich die Seite neu konstruiert.

Die sogenannte Visual Stability errechnet sich aus der Größe des Inhaltsbereichs, der verschoben wird, und dem Abstand, um welchen sich der Inhalt verschiebt.

Laut Google gilt ein Wert zwischen 0,1 und 0,25 als erstrebenswert.

Wie sind die Web Vitals messbar?

Um die genauen Werte für die eigene Website zu ermitteln, gibt Google Webmastern mehrere Möglichkeiten an die Hand.

Dazu zählen unteranderem Browser Extensions und Tools wie

  • Lighthouse
  • die Google Search Console
  • die Page Speed Insights
  • die Web Vitals Extension
  • und

  • die Chrome DevTools

Insbesondere die Chrome Web Vitals Extension ermöglicht es, in Sekundenschnelle alle drei Werte zu bestimmen. Um diese zu lesen, reichen auch geringste Performance-Kenntnisse aus.

So wird anhand eines Ampelsystems neben dem jeweiligen Web Vitals KPI aufgezeigt in welchem Bereich sich der Wert befindet. Grün steht demnach für gut, gelb gilt als optimierungsbedürftig und eine rote Markierung sagt aus, dass sich der ermittelte Wert unter den Google Anforderungen befindet.

Um für einzelne URLs den Largest Contentful Paint, First Input Delay und Cumulative Layout Shift zu ermitteln, bietet sich ein Blick in die Google Search Console an.

Besonders ist hier die Möglichkeit, zwischen Desktop-Ansicht und Mobile zu wählen, um somit noch präzisere Informationen zu erhalten.

Der Web Vitals-Bericht findet sich nun im ehemaligen Page Speed Abschnitt.

Was bedeuten die Web Vitals für SEO?

Um die Wichtigkeit der Page Experience wissen SEOs und Webmaster schon lange.

Im kommenden Jahr soll das Page Experience Signal dann als eigener Faktor Einfluss auf die Rankings nehmen.

Google sieht vor, den Largest Contentful Paint, First Input Delay und Cumulative Layout Shift durch User Experience Signale zu ergänzen. Darunter fallen

  • die mobile Optimierung
  • die Nutzung von Safe Browsing Features
  • und

  • HTTPS
  • sowie

  • die Einhaltung der Intrusive Interstitial Guidelines

Die einzelnen Signale lassen sich einmal anhand von verschiedenen Reports, wie dem Googles Mobile-Friendly-Test und dem GSC Security Issues Report überprüfen. Ob eine sichere HTTPS Verbindung besteht, ist an dem Schloss Symbol neben der URL sichtbar.

Um sich an die Intrusive Interstitial Guidelines zu halten, sollten zudem Pop-Ups und Spam Werbung vermieden werden.

Lässt sich auf die Web Vitals Metriken optimieren?

Insgesamt machen es mehrere Maßnahmen möglich, auf die drei KPIs zu optimieren.

Eine gute Basis bilden Schritte, die bereits zur Verbesserung des Page Speeds einer Seite getroffen wurden.

Um Ladezeiten zu verkürzen und damit einen besseren Wert für den Largest Contentful Paint zu erreichen, bietet sich zum Beispiel an

  • Bilder richtig zu dimensionieren und in den passenden Formaten einzufügen (als optimales Format gilt JPEG200),
  • eine Gzip Komprimierung anzuwenden,
  • durch Preloading wichtige Elemente beim Laden einer Seite zu priorisieren (hierfür gibt es den HTML-Befehl )
  • und

  • Ressourcen zu cachen, damit die Ladezeit beim erneuten Aufrufen verringert wird.

Eine First Input Delay-Optimierung geht meist mit einer Optimierung des JavaScripts einher. Wichtig ist, darauf zu achten, dass das Laden von JavaScript nicht den Main Thread des Browsers blockiert. Eine Möglichkeit besteht darin, das JavaScript „päckchenweise“ zu unterteilen und einzeln zu laden. So werden währenddessen keine Anfragen durch den Nutzer unterbunden.

Lädt eine Seite besonders langsam kommt es häufig vor, dass sich Elemente gegenseitig verdrängen.

Wenn sich beim Klicken auf einen Button oder ähnliches ein ungewolltes Element dazwischenschiebt und somit eine ungewollte Reaktion auslöst, übt sich dies negativ auf die UX und den Wert des Cumulative Layout Shift aus.

Um dem vorzubeugen müssen im ersten Schritt genaue Dimensionen für Bilder und Ads definiert werden.

Damit wird verhindert, dass beim Laden der vorgesehene Platz für das Bild zu klein ist und dadurch andere Elemente nach unten verdrängt werden.

Webmaster und SEOs haben also einige Möglichkeiten, um sich optimal auf die Einführung des neuen Page Experience Signals als neuer Rankingfaktor vorzubereiten.

Auch wenn alle Maßnahmen nicht neu klingen sollten, so führen sie doch erneut vor Augen, wie bedeutsam es ist dem Nutzer ein bestmögliches Erlebnis auf der eigenen Website zu bieten.

Google erwähnt immer wieder die Wichtigkeit Inhalte in erster Linie für den User und nicht für die Maschine zu konzipieren. Die Einführung der neuen Web Vitals ist hierfür nur ein weiterer Beweis.